Nach der Begrüßung und einer Vorstellungsrunde berichteten die Teilnehmenden aus ihren jeweiligen Kommunen über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und erfolgreiche Praxisbeispiele. Ergänzt wurden diese Einblicke durch Informationen zu aktuellen, fachlichen und strukturellen Themen von Gabriele Freitag-Ehler aus dem Kreisjugendring Ostholstein sowie von Sven Busboom vom Kreis Ostholstein.
Zunächst wurde deutlich herausgestellt, wie wichtig klare Absprachen, gemeinsame Standards und eine enge Kooperation für die tägliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sind. Auch aktuelle Impulse aus dem Landesverband der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Schleswig-Holstein, vorgetragen von Elfriede Lehmann, flossen ein.
Intensiv wurde zudem über Qualitätsstandards in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit gesprochen. Ziel ist es, fachliche Grundlagen weiter zu schärfen und kreisweit vergleichbare Rahmenbedingungen zu stärken. In diesem Zusammenhang wurden auch Möglichkeiten für gemeinsame Fortbildungen für Ehrenamtliche erörtert.
Ein weiterer Fokus lag auf gemeinsamen Aktionen im Kreis. Für den Ferienpass sind bereits gemeinsame Angebote geplant, die von mehreren Kommunen zusammen durchgeführt werden. Auch der Bereich E-Gaming wurde als zukunftsrelevantes Handlungsfeld weitergedacht. Hierzu fand auch im Herbst 2025 bereits ein FIFA-Turnier in Neustadt statt. Weitere Turniere sind geplant und das E-Gaming wird gerade in Stockelsdorf weiter ausgebaut.
Große Bedeutung nahm außerdem die Kinder- und Jugendbeteiligung ein. Vorgestellt und diskutiert wurden unter anderem Beteiligungsformate wie „PartizipAction“, gemeinsame Aktionen mit Jugendvertretungen sowie die Idee einer kreisweiten Landkarte der Jugendvertretungen. Darüber hinaus befindet sich eine gemeinsame Fahrt nach Berlin aktuell in Planung, um politische Bildung und Partizipation weiter zu stärken.
Diese Tagung zeigte erneut, wie wichtig der regelmäßige Austausch auf Kreisebene ist. Mit vielen neuen Impulsen, konkreten Verabredungen, einem gestärkten Netzwerk und mit dem gemeinsamen Ziel, die Offene Kinder- und Jugendarbeit im Kreis Ostholstein nachhaltig und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln, gehen die Teilnehmenden auseinander.
„Ich freue mich über die gelungene Arbeitstagung mit den Kolleginnen und Kollegen und über die hervorragenden Ergebnisse, die wir erarbeitet haben und blicke mit Freund und Spannung in die Zukunft“, so Gemeindejugendkoordinatorin Jenni Sjöholm aus Stockelsdorf.
Das Treffen der Jugendpflegen des Kreises hat eine lange Tradition und entstammt dem Umstand, dass die Aufgaben der offenen Jugendarbeit rechtlich beim Kreis angesiedelt sind und sinnvollerweise an die Kommunen und der Akteure vor Ort weiter delegiert wurden. Eben dort, wo Jugendarbeit auch stattfinden soll.
Als der Kreis Ostholstein seine Führungsrolle (auch in finanzieller Hinsicht) weitestgehend abgelegt hat, haben die Jugendpfleger:innen sich in einem fließenden Übergang selbst organisiert und ausgetauscht und im Sinne der jungen Menschen zusammengearbeitet. Bis heute sehr erfolgreich. Dementsprechend waren die Themen, die in Stockelsdorf besprochen wurden, allesamt wichtig für die Weiterentwicklung der offenen Kinder und Jugendarbeit im Kreis Ostholstein.
Auch Elfriede Lehmann, Jugendpflegerin der Stadt Fehmarn, war begeistert von dem Treffen: „Als Jugendpflegerin der Insel Fehmarn bin ich mit meiner Arbeit sehr weit im Norden des Kreises Ostholstein verortet. Die Entfernung zu den meisten Kommunen machen eine engere Zusammenarbeit zwischen den Jugendeinrichtungen eher schwierig. Dabei ist die Vernetzung so wichtig für uns pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine Zusammenkunft wie die Jugendpfleger:innentagung gibt uns allen die Möglichkeit, sich über Standards der in der Offene Kinder- und Jugendarbeit, die Belange der Jugendlichen, der Umgang mit aktuellen Themen und Strömungen sowie der pädagogischen Arbeit auszutauschen. Wir unterstützen einander, indem wir Tipps geben, aus den eigenen Erfahrungen berichten oder gemeinsame Absprachen treffen. Die Themen sind überregional dieselben. Beispielhaft möchte ich hier Kinder- und Jugendvertretungen, Kindeswohlgefährdung und Veränderungen in den Lebenswelten junger Menschen anführen. Auch die Nutzung der Offenen Bereiche hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten verändert. Der Fachkräftemangel eint uns ebenfalls alle.Freudig schaue ich dem nächsten Treffen entgegen, das zum Ende des Jahres 2026 in Oldenburg in Holstein stattfinden wird.“
Ein großer Dank aller Anwesenden galt Jenni Sjöholm für die hervorragende Organisation des Treffens. „Das nette Ambiente und die Willkommenskultur in Stockelsdorf haben den Teamgeist wieder richtig schön untermauert. Das ist besonders wichtig für die vielen Einzelkämpfer:innen in den Kommunen. Zu wissen, dass sie nicht alleine mit ihren Themen sind,“ zieht Andreas Adler, Leitung der Stadtjugendpflege aus Neustadt, ein positives Resümee aus der Veranstaltung.
