Auslöser für die Gründung im Jahr 1926 waren mehrere schwere Brände im Morier Ortsteil Groß Steinrade. Während der damalige Bürgermeister die Einrichtung einer Pflichtwehr anstrebte, setzten sich die Bürgerinnen und Bürger bewusst für eine Freiwillige Feuerwehr ein. Dieser Wille mündete in der Gründungsversammlung am 09.01.1926 in der Gaststätte Grammersdorf an der Ahrensböker Straße in Stockelsdorf – der Startschuss für eine Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält.
Eng verbunden mit der Entwicklung der Feuerwehr ist auch die Geschichte ihrer Gerätehäuser. Das erste Gerätehaus befand sich in der Morier Straße gegenüber dem Morier Hof. Das Grundstück stellte Christian Schlichting der Feuerwehr unentgeltlich zur Verfügung. Errichtet wurde das Gebäude vom damaligen Bürgermeister von Mori, Maurermeister Wilhelm Draguhn, ebenfalls ohne Kosten für die Feuerwehr.
Mit der Abtrennung der Dorfschaft Groß Steinrade von der Gemeinde Stockelsdorf im Jahr 1970 verlor die Freiwillige Feuerwehr Mori dieses Domizil und war vorübergehend obdachlos. Noch im selben Zeitraum entstand ein neues Gerätehaus im Schulweg, zunächst mit einer Größe von lediglich 8 x 4 Metern.
Bereits 1984 wurde rückwärtig eine zusätzliche Halle angebaut, die Platz für zwei Einsatzfahrzeuge bot. Durch weitere An- und Umbauten, bedingt durch stetig steigende feuerwehrtechnische Anforderungen, entwickelte sich das Gebäude seit 1991 Schritt für Schritt zu dem Gerätehaus, wie es sich heute im bekannten Erscheinungsbild präsentiert.
Ein weiteres, prägendes Kapitel der Wehrgeschichte ist die Entwicklung der Drehleitertechnik in Mori. Bereits beim Ausbau des Eckhorster Wasserturms zu Wohnzwecken erkannte man die Notwendigkeit einer Höhenrettung. Der Bauherr beschaffte der Gemeinde daher eine sogenannte Anhängerleiter mit einer Rettungshöhe von 22 Metern. Aufgrund knapper finanzieller Mittel handelte es sich um ein älteres Gerät, das notdürftig wieder einsatzbereit hergerichtet wurde. Die einzige Unterstellmöglichkeit bot die Freiwillige Feuerwehr Mori, weshalb die Leiter dort stationiert wurde.
Im Jahr 1993 konnte erstmals eine Motordrehleiter in Dienst gestellt werden. Dabei handelte es sich um ein Gebrauchtfahrzeug aus Süddeutschland, dessen Anschaffung nur durch außergewöhnliches Engagement möglich wurde: Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Mori sammelten innerhalb von lediglich sechs Wochen Spendengelder in Höhe von 60.000 DM.
Es folgten weitere wichtige Meilensteine: Im Jahr 2000 übernahm die Feuerwehr eine gebrauchte Drehleiter vom Typ DLK 23/12 (Baujahr 1991) von der Berufsfeuerwehr Lübeck. 2009 wurde eine weitere gebrauchte Drehleiter DLK 23/12 (Baujahr 1993) von der Firma Metz Aerials GmbH & Co. KG, intern „Biggi“ genannt (Kennzeichen OH-DL 32), beschafft.
Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung markiert die Erstzulassung der neuen Drehleiter DLK 23/12 am 08. April 2020. Das moderne Einsatzfahrzeug (Kennzeichen OH-DL 8332) , von den Kameradinnen und Kameraden liebevoll „Jule“ genannt, steht seither für zeitgemäße Technik und erhöhte Sicherheit bei Einsätzen in der Höhe.
Heute präsentiert sich die Feuerwehr Mori als moderne und leistungsfähige Einsatzorganisation. Die Wehrführung liegt seit dem 12. Mai 2025 in den Händen von Ortswehrführer Florian Paasch, unterstützt seit dem 15. September 2025 von seinem Stellvertreter Dr. Markus Dahlke.
Insgesamt zählt die Freiwillige Feuerwehr Mori 110 Mitglieder. Davon leisten 81 Kameradinnen und Kameraden aktiven Dienst, 10 Mitglieder gehören der Ehrenabteilung an, 1 Mitglied der Verwaltungsabteilung. Hinzu kommen 10 Zweitmitglieder sowie 8 Mitglieder aus anderen Verbänden.
Der umfangreiche Fuhrpark ermöglicht ein breites Einsatzspektrum. Zur Verfügung stehen unter anderem ein Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25), eine Drehleiter mit Korb (DLK 23/12), ein Löschfahrzeug (LF 20/16), ein Katastrophenschutz-Löschfahrzeug (LF 20 KaS), ein Gerätewagen Atemschutz, ein Mannschaftstransportwagen, mehrere Anhänger sowie ein Boot, das seit 2016 im Dienst ist. Das älteste noch geführte Einsatzmittel, ein Feuerwehranhänger mit Stromerzeuger, stammt aus dem Jahr 1983.
Die hohe Einsatzbereitschaft zeigt sich auch in den Zahlen: Im Jahr 2025 absolvierte die Feuerwehr Mori insgesamt 123 Einsätze. Darunter waren 22 Brandeinsätze, 33 Hilfeleistungen für Menschen in Not, 11 Verkehrsunfälle, 11 Türöffnungen, 2 Tiereinsätze, 3 Unwettereinsätze, 6 Einsätze zur Beseitigung gefährlicher Stoffe, 6 Sicherheitswachen sowie zahlreiche weitere Hilfeleistungen, Übungen und Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes.
Das Jubiläum bietet Anlass, den ehrenamtlichen Einsatz aller aktiven und ehemaligen Mitglieder zu würdigen – und zugleich den Blick in eine engagierte und moderne Zukunft zu richten. Denn der nächste Grund zum Feiern steht bei der Freiwilligen Feuerwehr Mori bereits vor der Tür: Noch in diesem Jahr wird das neue Löschfahrzeug LF 20 in Dienst gestellt.
„Die Freiwillige Feuerwehr Mori ist eine der beiden großen Ortswehren hier in Stockelsdorf und damit ein unverzichtbarer Bestandteil des öffentlichen Lebens und ein verlässlicher Garant für Sicherheit aller Stockelsdorfer Bürgerinnen und Bürger. Ich möchte ganz persönlich allen aktiven und ehemaligen Mitglieder für ihren ehrenamtlichen Einsatz danken. Ich bin sehr froh, dass wir hier in Stockelsdorf und in den Dorfschaften auf eine so große und engagierte Blaulichtfamilie zurückgreifen können“, so Bürgermeisterin Julia Samtleben, die selbst aktive Feuerwehrfrau ist.

Die enge Verbindung zwischen der Freiwilligen Feuerwehr Mori und den Bürgerinnen und Bürgern Stockelsdorfs zeigt sich nicht nur im Einsatzgeschehen, sondern auch im gemeinschaftlichen Miteinander. So wurde die Wehr beim Feuerwehrläuten 2025 des Radiosenders RSH, das sie schließlich gewinnen konnte, von einer großen Welle der Unterstützung aus der Bevölkerung getragen. Ebenso fest im Jahreskalender verankert sind die Feuerwehr-Olympiade sowie die weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannten und stets gut besuchten Lösch-Partys, die das kameradschaftliche und offene Selbstverständnis der Feuerwehr unterstreichen.
Also dann, herzlichen Glückwunsch zum 100. Geburtstag liebe Freiwillige Feuerwehr Mori!
Die Gemeinde Stockelsdorf ist stolz auf dich!
