Acht engagierte Mitglieder des BUKS führten die ersten Arbeiten durch: Sie bereiteten den Boden vor und errichteten eine Trockenmauer. Diese traditionelle Bauweise bietet nicht nur eine strukturierende Funktion im Gelände, sondern ist zugleich ein wertvolles Biotopelement. In den Fugen und Hohlräumen einer Trockenmauer finden zahlreiche Tiere geeignete Rückzugsorte – darunter Insekten, Spinnen, Amphibien, Kleinsäuger sowie wärmeliebende Reptilien wie die Zauneidechse. Auch spezialisierte Mauerpflanzen können sich dort ansiedeln und tragen zur ökologischen Vielfalt bei.
Die Gestaltung des naturnahen, insektenfreundlichen Beetes wird finanziell von der Engelbert und Hertha Albers Stiftung unterstützt, die damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität in der Gemeinde leistet.
Bei freundlichem Frühlingswetter und strahlendem Sonnenschein gelang dem Team – mit tatkräftiger Unterstützung des Friedhofs- beziehungsweise der Kirchengemeinde – ein großer Fortschritt. Alle Beteiligten haben hervorragend zusammengearbeitet und damit eine richtig positive, produktive Stimmung geschaffen.
Für die nächste Phase wurden bereits verschiedene heimische Wildpflanzen in der Voranzucht ausgesät, darunter Rainfarn, Schmalblättriges Weidenröschen, Wiesen Platterbse, Gewöhnlicher Natternkopf und die Knäuel Glockenblume. Ein Teil dieser Pflanzen wird später in das neu angelegte Beet gesetzt, weitere Exemplare sollen in den Wiesenbereich integriert werden.
Viele dieser Arten sind für oligolektische Wildbienen von besonderer Bedeutung – also für Bienen, die ihren Pollen nur an wenigen, meist eng verwandten Pflanzenarten sammeln. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die Wildbiene des Jahres 2026, die Glockenblumen Schmalbiene (Lasioglossum costulatum). Diese bundesweit gefährdete Art ist auf das Vorkommen von Glockenblumen angewiesen, zu denen auch die Knäuel Glockenblume zählt. Die Weibchen sammeln ihren Pollen nahezu ausschließlich an Glockenblumengewächsen. Gleichzeitig benötigt die Art offene, sandige Bodenstellen für ihren Nestbau.
Mit der Kombination aus glockenblumenreichen Pflanzbereichen, strukturgebenden Elementen wie der Trockenmauer und der Förderung naturnaher Wiesenflächen leistet der BUKS einen konkreten Beitrag zum Schutz dieser spezialisierten Wildbiene und vieler weiterer Insektenarten und will Beispiele geben mit welchen Elementen jeder auch im eigenen Garten seinen Beitrag leisten kann.
Als nächster Schritt folgt nun die Pflanzung der vorgezogenen Blumen, sowie weiterer Gehölze und Stauden, die das entstehende Biotop ergänzen und langfristig zur ökologischen Aufwertung des Friedhofs beitragen werden.
Text: Mario Rexin, BUKS
