Dieser Frage gingen Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunalpolitik und Verwaltung bei einer Besichtigung des im Bau befindlichen Umspannwerkes „Lübeck-West“ der TenneT TSO GmbH am 26. Mai 2026 nach.
Nach einer Sicherheitseinweisung und der Ausgabe der erforderlichen Schutzausrüstung führte der Weg auf das Baustellengelände zwischen dem Stockelsdorfer Kernort sowie den Dorfschaften Pohnsdorf und Dissau. Begleitet wurde die Gruppe von Bürgerreferent Sebastian Bechstedt und dem technischen Leiter Jürgen
Eichhorn von TenneT, die während des rund einstündigen Rundgangs Einblicke in den aktuellen Baufortschritt und die technischen Hintergründe des Projektes gaben.
Vor Ort erläuterten die Verantwortlichen die verschiedenen Bestandteile der Anlage und deren Aufgaben
innerhalb des Stromnetzes. Dabei wurde deutlich, welche zentrale Rolle moderne Umspannwerke für eine
sichere und zuverlässige Energieversorgung spielen. Sie verbinden das Höchstspannungsnetz mit regionalen Stromnetzen und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass elektrische Energie verlustarm über weite Strecken transportiert und bedarfsgerecht verteilt werden kann.
Besonderes Interesse galt dem geplanten rotierenden Phasenschieber, der künftig einen wichtigen Beitrag zur Stabilität des Stromnetzes leisten soll. Das mehr als 16 Meter hohe Gebäude wird am westlichen Rand des
Geländes errichtet. Nach Angaben von TenneT wurde der Standort bewusst in einer natürlichen Geländesenke gewählt. Durch zusätzliche Geländeanpassungen soll die sichtbare Höhe der Anlage weiter reduziert werden.
Der rotierende Phasenschieber trägt dazu bei, Spannung und Frequenz im Stromnetz zu stabilisieren und Schwankungen auszugleichen. Gerade mit dem zunehmenden Ausbau erneuerbarer Energien gewinnt diese Technik an Bedeutung, da sie die Integration von Strom aus Wind- und Solaranlagen unterstützt und die
Versorgungssicherheit stärkt.
Während des Rundgangs nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, zahlreiche Fragen zu stellen und mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Die Besichtigung vermittelte einen anschaulichen
Eindruck davon, welche technischen und infrastrukturellen Maßnahmen notwendig sind, um die Energiewende umzusetzen und die Stromversorgung auch künftig zuverlässig sicherzustellen.
