Opfer von K.O.-Tropfen klärt auf und warnt

Nachdem Petra Glück als junge Frau im Rahmen eines Klassentreffens von ehemaligen Mitschülern mit K.O.-Tropfen betäubt und in ihrer eigenen Wohnung vergewaltigt wurde, hat sie über viele Jahre versucht, dieses Verbrechen zu verdrängen und mit den Folgen weitergelebt. Erst als sie 18 Jahre danach schwer an einer Posttraumatischen Belastungsstörung erkrankte, suchte sie Hilfe und begann, über dieses Betäubungsmittel zu recherchieren. Petra Glück hat erfahren, dass Opfer von K.O.-Tropfen und anschließender Vergewaltigung oft sehr auf sich alleine gestellt sind. Unterstützung geben Frauenberatungsstellen, gute Rechtsanwält:innen oder wie bei ihr der Weisse Ring. Mädchen ab dem 14. Lebensjahr und Frauen, die persönlich oder in ihrem Umfeld Gewalt und sexuelle Gewalt erlebt haben, können sich persönlich, telefonisch oder schriftlich über das anonyme datensichere Mailprogramm „text us“ an die qualifizierten Beraterinnen vom Frauennotruf Ostholstein wenden, um Unterstützung zu erhalten. Das bundesweite Hilfetelefon ist unter 116016 rund um die Uhr erreichbar.

Petra Glück hat auch eindringlich an die Begleitpersonen von Betroffenen appelliert: „Unverzichtbar ist die Hilfe durch die Menschen, die anwesend sind und beim Opfer plötzlich einen Zustand der Übelkeit, Willenlosigkeit und absoluten Erschöpfung wahrnehmen. Der Frauennotruf Ostholstein rät, sofort und als Erstes den Rettungswagen zu rufen, um Verletzungen zu dokumentieren, Blut- und Urinproben zu sichern und dem Opfer zu helfen. In Ostholstein werden im Universitätsklinikum SH im Institut für Rechtsmedizin bei diesem Vorgehen kostenlos Spuren gesichert und bis zu 20 Jahre aufbewahrt. Die Opfer entscheiden selbst, wie sie mit diesen Beweisen umgehen möchten.

Anschließend kann die Polizei informiert und ggf. eine Anzeige aufgegeben werden.

Petra Glück: „Es ist wichtig, dass auch Türsteher, Tresenkräfte, Taxifahrer und weitere Personen im öffentlichen Raum sensibilisiert werden und über die Wirkung und die Gefahr von K.O.-Tropfen Bescheid wissen. Und viele glauben nicht, dass Täter nicht nur Fremde sind, sondern auch Personen aus dem eigenen Umfeld!“

Sowohl etliche Schülerinnen und Schüler aus der GHS Stockelsdorf als auch von einer anderen großen Schule aus dem Kreis Ostholstein, in der Frau Glück Präventionsarbeit gemacht hat, haben von aktuellen Fällen berichtet, in denen Menschen aus ihrem unmittelbaren Umfeld K.O.-Tropfen verabreicht wurden, beispielsweise im Glühwein auf einem Weihnachtsmarkt, in der Disco oder auf Zeltfesten. In diesen Fällen haben die Umstehenden richtig reagiert und den Rettungswagen gerufen, denn bei einer Überdosierung oder in Wechselwirkung mit Alkohol besteht Lebensgefahr.

Die Veranstalterinnen sehen sich durch diese Meldungen darin bestätigt, dass die Gewaltprävention im Zusammenhang mit K.O.-Tropfen leider nach wie vor wichtig ist, auch in unserer Gemeinde.

  • Frauennotruf Ostholstein: 04521/73043
  • Untersuchungsstelle für Betroffene von Gewalt am UKSH Lübeck: www.vertrauliche-spurensicherung-sh.de, 0431/500-15901 oder -15902
  • Weisser Ring Opfertelefon: 116006
  • Hilfetelefon bei Gewalt gegen Frauen: 116016

 

Das Buch: K.O. – No!! Petra Glück ISBN 978-3-95544-117-3

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